
Martin Luther als ProfessorAb 1523 lebte Martin Luther in Wittenberg. Sein Beruf war Theologieprofessor. In seinen Vorlesungen erklärte er den Studenten den Glauben. Besonders achtete er darauf, dass seine Schüler lernten, mit der Bibel umzugehen. Am Sonntag predigte er in der Kirche. Da er anders, als damals üblich, auf der Kanzel nicht auf Latein, sondern auf Deutsch redete, waren die Leute begeistert. Endlich konnten sie verstehen, was in der Kirche geredet wurde. Häufig hatten sie bis dahin erleben müssen, dass in der Kirche nur Priester und Kardinäle das Sagen hatten und sich die Gläubigen ihrer Meinung unterwerfen mussten. Martin dagegen lehrte das „Priestertum aller Gläubigen“: Vor Gott sind alle Menschen gleich. Niemand ist wegen seines Standes heiliger, also Gott näher, als andere. Nicht nur Pastoren können von Gott reden, sondern auch andere Mitglieder der Gemeinde. Martin machte den Menschen Mut, sich selber Gedanken über Gott zu machen und selbstbewusster zu glauben.
Überall in Deutschland begeisterten sich Menschen für den „neuen“ Glauben und traten zu ihm über, darunter viele Fürsten, die ihr Land für „evangelisch“ erklärten. 1529 legten sie das so genannte „Augsburger Bekenntnis“ ab, das bis heute in der Evangelischen Kirche gültig ist.
Im Februar 1546 starb Martin in seiner Geburtsstadt Eisleben. Selbst in seiner Sterbestunde bewahrte er seinen gläubigen Humor und sagte: „Nun gebe ich den Maden einen feisten Doktor zu fressen.“
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